- Datum: 14.09.2017
- Branche:Branchenübergreifend
- Kategorie:Berichte & Analysen
IPG: Gönn Dir! In Lateinamerikas Politik hat Selbstbedienung Tradition. Wann hat das ein Ende?
Was würden Sie von einem General-Staatsanwalt halten, der vorher Senator war für die Partei, der er nun auf die Finger schauen soll? Und…
Was würden Sie von einem General-Staatsanwalt halten, der vorher Senator war für die Partei, der er nun auf die Finger schauen soll? Und wie fänden Sie es, wenn just dieser Mann seinen Ferrari nicht an seinem Wohnsitz registriert hat, sondern im Nachbar-Bundesstaat (wo die KFZ-Steuer niedriger ist), mit einer Adresse, hinter der sich eine leerstehende Sozialwohnung verbirgt, auf deren Domizil noch drei weitere Luxusautos angemeldet sind? Und was hielten Sie davon, dass just dieser Mann nun der erste Anti-Korruptions-Staatsanwalt werden soll? Und dass seine Kritiker von der Regierung abgehört und eingeschüchtert werden? Das ist kein Witz, sondern dieser Tage geschehen in Mexiko. Der Mann heißt Raúl Cervantes, und die regierende Partei der Institutionellen Revolution (PRI), der er angehört, setzt alles daran, dass er die Schlüsselfigur im neuen Anti-Korruptions-System wird. Dieses System wurde nach unzähligen Skandalen auf Druck der Zivilgesellschaft und der Unternehmer verabschiedet und soll – im Idealfall – ein „mani pulite a la mexicana“ werden. Daran hat ein Großteil der politischen Elite, die bis über beide Ohren im Korruptionssumpf steckt, verständlicherweise wenig Interesse.
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