- Datum: 10.09.2021
- Land:Chile
- Kategorie:Berichte & Analysen
Chile: von 9/11 bis zum Ende des Neoliberalismus
Der Staatsstreich gegen den sozialistischen Präsidenten Salvador Allende am 11. September 1973 stürzte Chile in eine lange, brutale Diktatur…
Der Staatsstreich gegen den sozialistischen Präsidenten Salvador Allende am 11. September 1973 stürzte Chile in eine lange, brutale Diktatur unter Augusto Pinochet, der weitreichende neoliberale Reformen durchführte. Nach dieser traumatischen Erfahrung kehrte das Land 1989 zu einer demokratischen Regierung zurück. Die folgenden gewählten Regierungen entschieden sich für einen schrittweisen Ansatz und verabschiedeten Maßnahmen, die zwar das Wirtschaftswachstum stützten, aber die von Pinochet errichteten Pfeiler des Neoliberalismus nicht in Frage stellten. Bis vor kurzem galt genau dieser Ansatz als Erfolg und wurde als Modell für andere lateinamerikanische Länder und nicht selten auch für Nationen in der ganzen Welt gepriesen. Doch trotz des beeindruckenden Rückgangs der Armutsraten seit dem Übergang zur Demokratie und der mehr als drei Jahrzehnte währenden politischen Stabilität ist Chile nun in eine Phase eingetreten, in der soziale Konflikte und wirtschaftliche Spannungen die politische Landschaft des Landes bestimmen.
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