- Datum: 14.08.2024
- Land:Venezuela
- Kategorie:Berichte & Analysen
Bericht der UNO über die Wahlen in Venezuela
Der vorläufige Bericht von vier Wahlexperten des UN-Systems enthält die Ergebnisse der Wahlbeobachtung vom 28. Juli in Venezuela. Der…
Der vorläufige Bericht von vier Wahlexperten des UN-Systems enthält die Ergebnisse der Wahlbeobachtung vom 28. Juli in Venezuela. Der Bericht stellt auch vorläufige Schlussfolgerungen und Empfehlungen für künftige Verbesserungen vor. Der Bericht stellt insbesondere fest, dass die Zeit vor den Wahlen durch Einschränkungen des zivilen und politischen Raums gekennzeichnet war. Die Regierung dominierte die Medien und ließ den Oppositionskandidaten nur wenig Raum. Der Wahltag selbst wurde im Bericht als friedlich und logistisch gut organisiert bezeichnet. Das elektronische Wahlsystem, das von allen Kandidaten anerkannt wurde, war gut konzipiert und zuverlässig und funktionierte mit wichtigen Überprüfungsverfahren und Protokollen über die Verbreitung der Ergebnisse (Actas) in den Wahllokalen. Obwohl die elektronische Übertragung der Ergebnisse zunächst gut funktionierte, wurde sie in den Stunden nach Schließung der Wahllokale ohne Erklärung unterbrochen. Bei der Bekanntmachung der Ergebnisse erklärte der Präsident der Nationalen Wahlkommission (CNE), dass die Übertragung durch einen terroristischen Cyberangriff gestört worden sei. Der CNE verschob jedoch die drei wichtigsten Verifizierungen nach der Wahl und sagte sie später ab. Nachdem der CNE den Wahlsieg in den Medien verkündet hatte, veröffentlichte er nicht die schriftlichen Beweise, die sich aus der Überprüfung der Wahllokale ergaben. Bis heute hat der CNE dies nicht getan. Das Expertenpanel untersuchte seinerseits eine kleine Anzahl von Dokumenten, die derzeit öffentlich zugänglich sind (einschließlich der von der Opposition online veröffentlichten Dokumente) und die als Ergebnisprotokolle (Actas) aus verschiedenen Wahllokalen gemeldet wurden. Alle untersuchten Dokumente weisen alle Sicherheitsmerkmale der ursprünglichen Ergebnisprotokolle auf. Dies veranlasste die Expertengruppe zu der Schlussfolgerung, dass der CNE die für die Legitimität einer Wahl erforderlichen grundlegenden Maßnahmen der Transparenz und Integrität missachtet hat. Der CNE habe auch die nationalen Rechts- und Verwaltungsvorschriften nicht beachtet und die festgesetzten Fristen nicht eingehalten. In Bezug auf die Zeit nach den Wahlen weisen die Experten darauf hin, dass noch keine detaillierten Informationen darüber vorliegen, wie die Wahlkammer des Obersten Gerichtshofs die Ergebnisse überprüfen wird. Diese Informationen wurden am 31. Juli im Rahmen einer umstrittenen Wahlanfechtung durch Präsident Nicolás Maduro bekannt gegeben. Das Panel nahm auch Berichte über Todesfälle und das Verschwinden von Personen und Verhaftungen im Land zur Kenntnis. Das Panel erhielt zudem Berichte über Drohungen und Einschüchterungen gegen Vertreter politischer Parteien und Mitarbeiter von Wahlbüros.